Ist das nicht ein Trauerspiel? Da ist man in ganz Deutschland damit beschäftigt, den Flüchtlingen, die vor Bomben, Bürgerkrieg oder dem IS fliehen, Unterkunft zu bieten, und in Plankstadt scheint es wichtiger, einige Kleingärten zu retten.

Man fragt sich wirklich, was will die SPD und die „Bürgerinitiative Kleingärten“ damit erreichen? Dass sie sich mit ihren Aktionen faktisch an die Seite der Retter des Abendlandes stellen, scheint ihnen zu entgehen. Wichtiger scheint es, der Grünen Liste (GLP) und dem Bürgermeister eins auszuwischen.

Und dabei werden noch die Fakten falsch dargestellt. Von 96 Pachtgärten der Gemeinde wurden 12 gekündigt. Vier der Pächter sind nicht mehr an einem Garten interessiert, den anderen acht kann ein Ersatzgarten angeboten werden.

Die GLP befürwortet den Neubau einer Flüchtlingsunterkunft im Neurott. Das Gelände hat den Vorteil, dass es günstig liegt und die Unterkunft kostengünstig und vor allem schnell realisiert werden kann. Die GLP hält eine dezentrale Unterbringung aller Flüchtlinge in den vorhandenen Gemeindewohnungen für nicht machbar. Die Gemeindewohnungen sind vermietet, die Mieter wohnen dort z.T. schon seit zehn und mehr Jahren. Hier hilft nur der Neubau der Flüchtlingsunterkunft.

Man muss zur Kenntnis nehmen, dass aus ökologischer Sicht Kleingärten keinen großen Wert haben. Ein Gutachten empfiehlt als Ausgleichsmaßnahme für die 12 Gärten das Aufhängen von zwei Nistkästen. So sind leider die gesetzlichen Vorgaben und das schwache Natur- und Umweltschutzgesetz in Deutschland. Aber auch jeder andere Standort für die Flüchtlingsunterkunft stellt einen Eingriff in die gewachsene Struktur dar.

Ähnlich schwach ist das Argument Bürgerwille. Die BI und die SPD haben ihre Standpunkte vertreten und Unterschriften gesammelt. Jedoch nur Winken mit den Unterschriften reicht nicht, man muss dazu den formalen Weg zur Bürgerbeteiligung einschlagen. Aber vielleicht sind sich die Protagonisten gar nicht so sicher, wie viele Unterschriften sie für den Erhalt der Kleingärten und wie viele sie gegen den Bau der Flüchtlingsunterkunft gesammelt haben.

sk

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