„Ich bin sehr überrascht und froh, dass Blumenläden und Gärtnereien ab dem 1. März wieder öffnen dürfen“, sagte Brigitte Schulz, Geschäftsführerin des Kreativ Blumenladens in Plankstadt. Landtagskandidat Dr. Andre Baumann und Gemeinderat Thomas Burger von der Grünen Liste Plankstadt (GLP) besuchten den beliebten Blumenladen. Aber neben Floristik gibt es auch außergewöhnlichen Schmuck, besondere Mode, Feinkost und vieles andere. Baumann erkundigte sich bei Schulz über die aktuelle Lage für ortsansässige Läden. 

„Es waren und sind sehr schwierige Wochen. Unsere Kunden dürfen den Laden nicht betreten. Weihnachten und Valentinstag sind für uns äußerst wichtige Feste. An Weihnachten durften wir nichts verkaufen und zum Valentinstag konnte man Blumen bestellen und abholen“, sagte Schulz. Gerade die kleinen, ortsansässigen Läden seien sehr von der Laufkundschaft abhängig. Schulz ärgerte sich dafür, dass die großen Einkaufsmärkte die Corona-Verordnung zu ihren Gunsten ausnutzten: „Wir müssen schließen, verkaufen keine Blumen. Aber der Discounter verkauft neben Lebensmitteln am Valentinstag Blumen zuhauf.“ Einkaufsmärkte für Lebensmittel hätten ihr Sortiment mit Blumen und Pflanzen erweitert. 

Dr. Andre Baumann konnte den Ärger nachvollziehen, beschrieb aber die Schwierigkeit, aktuell optimale Lösungen und Infektionsschutz unter einen Hut zu bringen. „Manche Ungerechtigkeiten können wir über Verordnungen nicht wegregeln. Gerichte würden sofort solche Regelungen kippen“, so Baumann. Regionale oder individuelle Lösungen seien wegen dem Gleichheitsprinzip schwer vor Gericht zu halten. Baumann sagte auch, dass es eine politische Entscheidung gewesen sei, zuerst Grundschulen und Kitas vorsichtig zu öffnen, den Handel erst danach. „Unsere Kleinsten leiden am meisten. Darum wurden Kitas und Grundschulen zuerst geöffnet.“ Aber es gab eine gute Nachricht ist: Blumenläden und Gärtnereien dürfen ab 1. März wieder öffnen. Das hatte die Landesregierung am 23. Februar beschlossen. „Blumen, die die Gärtnereien abgebaut haben, sind verderbliche Ware. Werden sie nicht verkauft, kann man sie einfach unterpflügen“, begründete Baumann die Öffnung. 

Weitere Öffnungen seien jedoch in weite Ferne gerückt. „Die Infektionszahlen zeigen wieder. Die britische Corona-Variante setzt sich zunehmend durch. Wir müssen die dritte Welle verhindern. Darum wird nur vorsichtig und Schritt für Schritt geöffnet. Eine dritte Welle würden viele Geschäfte nicht überstehen“, sagte Baumann. „Wir wollen aber lebendige Innenstädte und florierende Läden. Innenstädte sind die pulsierenden Herzen unsere Gemeinden,“ so Burger. Baumann sagte, dass die Grünen ein Aufbauprogramm für den stationären Einzelhandel auflegen werden. 

Nach den Plänen des grünen Fraktionsvorsitzenden Andreas Schwarz sollen neben finanziellen auch strukturellen Hilfen für Innenstädten aufgelegt werden. So würden Überlegungen angestellt, Handelsplattformen für regionale Geschäften aufzubauen und zu fördern. „Wir müssen Amazon und Co. die Stirn bieten. Nicht alle wollen bummeln, mache wollen im Internet bestellen. Damit nicht bei Amazon und Co. bestellt wird, braucht es regionale Plattformen.“ Andre Baumann ergänzte: „Der Laden um die Ecke zahlt Steuern und unterstützt die lokale Fußballmannschaft, die Internetgiganten machen weder das eine noch das andere“. Burger und Baumann danken für das gute Gespräch, die guten Impulse und bestellten beide noch Blumen.

Der Landtagskandidat der Grünen, Dr. Andre Baumann, besuchte die Tradi.ons- Seifenmanufaktur Klar Seifen in Plankstadt. Das Unternehmen zeigt: Ökologie und Ökonomie sind zwei Seiten einer Medaille.

Landtagskandidat Dr. Andre Baumann und Gemeinderat Thomas Burger von der Grünen Liste Plankstadt (GLP) besuchten eine der ältesten Seifenmanufakturen Deutschlands: Klar Seifen in Plankstadt. Bei dem Besuch zeigte Geschäftsführer Jan Heipcke, wie nachhaltig und erfolgreich das Unternehmen wirtschaftet. Im Plankstadter Gewerbegebiet „Am Ochsenhorn“ werden aus hochwertigen Produkten hochwertige Seifen hergestellt, ganz ohne Palmöl auf der Basis rein pflanzlicher Bio-Öle. Das Unternehmen hat auch den Plastik- und Energieverbrauch drastisch reduziert. Heipcke erklärte, dass er das Unternehmen neu und am Nachhaltigkeitsprinzip ausgerichtet hat. Dies sei auch wirtschaftlich erfolgreich.

Bevor Heipcke Klar Seifen übernommen hatte, wurden vom Unternehmen Seifen hauptsächlich für Hygieneartikelunternehmen hergestellt. Der Name Klarseife tauchte nicht auf. Die Einführung von Flüssigseife veränderte den Markt: Die Nachfrage nach fester Seife gingen zurück und der Preis. Das Unternehmen schlingerte in die Krise. Dann kam die radikale Neuausrichtung: Verkauf hochwertiger und ökologischer Seifen unter dem eigenen Namen, preiswert statt billig. Das Unternehmen Klarseifen verfolgt heute einen ganzheitlichen Ansatz. So sind die Lieferketten nachvollziehbar. Alle Produkte kommen aus Europa, meist aus Deutschland. Statt Palmöl für das Regenwälder zerstört werden, wird hochwertiges Bio-Olivenöl aus Griechenland verwendet und damit artenreiche Olivenhaine erhalten. Bei der Produktion wird Energie eingespart und die, die gebraucht wird, über eine Photovoltaikanlage selbst hergestellt. „Die Photovoltaikanlage auf dem Dach versorgt uns mit Strom, der zum Heizen und für die Maschinen genutzt wird. Das ist gut fürs Klima und auch betriebswirtschaftlich“, sagte Heipcke. Die Sonne schickt dem Unternehmen keine Rechnung. Die Produktion läuft mit stark reduziertem Energieverbrauch: Neue, effiziente Maschinen reduzieren Energiekosten und den CO2-Ausstoß. Das Unternehmen hat konsequent den Plastikanteil und den Verpackungsabfall reduziert. „Die Kundinnen und Kunden bekommen qualitativ sehr hochwertige Produkte, aber wegen der effizienten Herstellung zu vergleichsweise günstigen Preisen.“

Baumann ist vom unternehmerischen Mut und der nachhaltigen Aufstellung des Unternehmens begeistert. „Ihr Unternehmen zeigt: Ressourcen- und Energieeffizienz und nachhaltige Produktion sind möglich und zukunftsfähig. Ökologie und Ökonomie schließen sich nicht aus – im Gegenteil“, sagte Baumann. Der Landtagskandidat lobte auch das soziale Engagement des Unternehmens. Während der Pandemie verschenkte Klar Seifen rund 200.000 Seifen an soziale und öffentliche Einrichtungen und an Privatpersonen. Daraufhin folgten jeweils 20.000 Seifen in den darauffolgenden Monaten.

Jan Heipcke, Thomas Burger und Dr. Andre Baumann

Bericht über die Sitzung der Grünen Liste Plankstadt (GLP)

Die GLP hat ihre lange Tradition der wöchentlichen Treffen auch in den harten Corona-Zeiten nicht aufgegeben – nun virtuell per Videokonferenz. Im Dezember war das Thema die Nahwärme- bzw. Fernwärmeversorgung der Wohnungen im Antoniusquartier.

Die Fa. Diringer und Scheidel (D+S) möchte die Mehrfamilienhäuser im Antoniusquartier an das Fernwärmenetz des Großkraftwerks Mannheim anschließen. Die GLP lehnte dies in der letzten Gemeinderatssitzung ab und forderte stattdessen den Aufbau eines eigenen Nahversorgungsnetzes mit einer gemeindeeigenen Pellet- oder Holzhackschnitzelanlage, wie in ursprünglichen Plänen vorgesehen.

GR Dipl.-Ing. Knut Doll, der auf jahrelange Erfahrung im Kraftwerksbau als Ingenieur zurückblicken kann, erläuterte nochmals seine Position: Generell sei ein Kohlekraftwerk die schmutzigste Variante Energie zu gewinnen.

Der Wirkungsgrad zur Stromerzeugung liege stets unter 50 %. Die hierbei entstehende Wärme kann nicht einfach für Fernwärme nutzbar gemacht werden. Für eine stabile Versorgung des Fernwärmenetzes bedarf es einer eigenen Produktion an Wärme. Daher verbrennt ein Kraftwerksbetreiber dann zwei Einheiten von importierter Kohle, um einen Teil Strom und einen weiteren Teil Wärme zu gewinnen. Dies führt dann rechnerisch zu unwesentlich höheren Wirkungsgraden.

Auch ziehe er den „grünen“ Anteil der Fernwärme aus Müllverbrennung in Zweifel. Hierfür braucht es immer einen hohen Anteil an fossilen Brennstoffen (Öl oder Gas), um eine Müllverbrennung zu betreiben.

Zudem, so Knut Doll, „sind ja noch die alte Blöcke des GKM in Betrieb, die auch Fernwärme erzeugen. Da liegen die Wirkungsgrade für die Wärme- und Stromerzeugung bei 30- 40%!“ Im Vergleich zu den Wirkungsgraden einer Pelletheizung oder Hackschnitzelanlage (85-95%) liegen dazwischen Welten. Auch Gasheizungen (Biogas) liegen bei 96% Wirkungsgrad und darüber. Es gehe nicht darum zu verhindern, dass die Mehrfamilienhäuser im Antoniusquartier an ein Nahversorgungsnetz angeschlossen werden, sondern an eines, dass nicht durch CO2 emittierende und ineffiziente Steinkohle betrieben wird.

GR Thomas Burger sagte, dass es enttäuschend sei, wie wenig die anderen Fraktionen aus der Klimakrise gelernt hätten. Bei der Plankstädter Liste war nachvollziehbare Kritik an der Fernwärme zu vernehmen, aber das habe leider nicht zu einer richtungsweisenden Entscheidung gereicht.

GR Ulrike Auffarth zeigte sich erstaunt darüber, wie voreilig Herr BM Drescher die Stellungnahme der GLP als „ideologisch“ bezeichnete und damit versuchte sie abzuwerten. Die GLP sieht jedoch einen krassen Widerspruch, wenn man richtigerweise den Ausstieg aus CO2-Erzeugung und Kohleverbrennung verfolge, dann aber Fernwärme aus Steinkohle beziehen möchte. Wenn es „ideologisch“ ist für Umwelt und lebenswerte Zukunft zu sein und zu agieren, dann sind wir das gerne.

Vom GR Viviane Reize kam noch der Einwurf, dass zeige wohl, dass der BM und die Verwaltung mehr auf einfache und schnelle Lösung aus seien, als auf eine saubere und nachhaltige Energieversorgung in der Hand der Gemeinde. Sie finde es interessant, wie schnell man D+S aus der Verantwortung entlassen habe und nicht gesehen hat, welche ursprüngliche Absichten die Gemeinde damit aufgegeben hat bzw. es nicht geschafften hat, ein eigenes Nahwärme-Netz zu planen.

Knut Doll

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