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Einige Kreistagskandidatinnen und -kandidaten (v.l.n.r.): Sigrid Schüller (Pla.), Ulf-Udo Hohl (Pla.), Helga Boesecke-Weis (Oft.), Martin Gramm (Epl.), Christa Balling-Gündling (Epl.) und Hartmut Nickisch-Kastner, (Epl.)

Bei einem Treffen der Kandidatinnen und Kandidaten der Wahlliste Bündnis90 / Die Grünen in Plankstadt wurde das Kreistagsprogramm diskutiert. Kreisrätin Christa Balling-Gündling zog nach einem Vierteljahrhundert Kreistagsarbeit der Grünen eine erfolgreiche Bilanz. Trotz einer klaren konservativen Kreistagsmehrheit konnten viele Initiativen durchgesetzt werden: eine ökologisch orientierte Abfallwirtschaft, der Aufbau des S-Bahn-Netzes, Schulsozialarbeit, die Förderung sozialer Initiativen, die wohnortnahe Versorgung älterer Menschen. "Einiges in der Kreispolitik trägt unsere Handschrift. Wir haben damit ökologische und soziale Standards gesetzt, die es zu erhalten und weiterzuentwickeln gilt", resümierte Balling-Gündling. Vieles von dem was in den letzten Jahren erreicht wurde, wird durch die schlechte wirtschaftliche Entwicklung wieder auf den Prüfstand kommen, waren sich die KandidatInnen einig. Dieser Entwicklung gilt es in den nächsten Jahren entgegenzusteuern. Grüne Themen haben bei schlechter Kassenlage nicht ausgedient, sondern entfalten gerade dann ihre Wirkung, z.B. bei der Energie-Versorgung. Investitionen in Energiesparen, Energie-Effizienz und Erneuerbare Energien sind gut fürs Klima, helfen Folgekosten zu vermeiden und sorgen gleichzeitig trotz Krise für Wachstum und Beschäftigung bei Mittelstand und Handwerk.
Mit den richtigen Prioritäten und nachhaltiger Haushaltspolitik wollen die grünen Kandidatinnen und Kandidaten die Voraussetzung schaffen, dass der Rhein-Neckar-Kreis bei seinen Schwerpunktaufgaben berufliche Bildung, soziale und gesundheitliche Versorgung, Eingliederungshilfe für Menschen mit einer Behinderung und Öffentlicher Nahverkehr in den nächsten Jahren leistungsfähig bleibt. Besonders wichtig ist den KandidatInnen auch die gentechnikfreie Erzeugung von Lebensmitteln im Rhein-Neckar-Kreis.

Bei der Debatte über Programmpunkte im Wahlkreis Wahlkreis 5 Eppelheim, Plankstadt und Oftersheim wurde für die KandidatInnen deutlich, dass schwerpunktmäßig an dem Thema Verkehr gearbeitet werden muss. Vor diesem Hintergrund einigten sich die KreistagsbewerberInnen programmatisch auf folgende Schwerpunkte:


1.) Großzügiger Ausbau der Fahrradwege zwischen den Gemeinden Oftersheim, Plankstadt, Eppelheim und Schwetzingen und zwar jeweils von der einen Gemeinde zur anderen, so dass ein Fahrradwegenetz gebildet werden kann. 

2.) Entschiedene Absage an den geplanten Bau der L543 auf der alten Bahnlinie zwischen Plankstadt und Eppelheim sowie der L722 durch das Naturschutzgebiet Oftersheimer Dünen.

3.) Verlängerung der Straßenbahnlinie 22 von Eppelheim über Plankstadt nach Schwetzingen

4.) Barrierefreier Zugang zu allen Haltestellen, Bahnhöfen und Verkehrsmitteln

5.) Einführung eines ÖPNV-Sozialtickets, damit auch Hartz IV- und Sozialhilfeempfängerinnen und -empfänger sowie Geringverdienerinnen und -verdiener in der gesamten Region mobil sein können.

Nebenbei sorgte die Kandidatur des Plankstadter Bürgermeisters Jürgen Schmitt in gleich zwei Wahlkreisen für Gesprächsstoff. Bürgermeister Schmitt kandidiert auf der Liste der Freien Wähler im WK 5 Eppelheim, Plankstadt, Oftersheim und auf einer ebensolchen im WK 11 Wiesloch. Schmitt hatte im Amtsblatt der Gemeinde Plankstadt erklärt mit seiner Kandidatur auf Kreisebene die Interessen und Bedürfnisse "für unser Plankstadt" besser vertreten zu können. Die Vermutung wurde geäußert, dass sich Bürgermeister Schmitt dieser Doppelkandidatur weniger im Interesse von Plankstadt als aus persönlichem Ehrgeiz unterziehe. Die Behauptung, dass er dies "natürlich" zu unser "aller Wohl" tue, ist wohl nicht ernst zu nehmen, so die einhellige Meinung. Gleiches gelte für den Hinweis, er könne mit seinem Sitz im Kreistag "noch mehr für die Interessen Plankstadts auf Kreisebene eintreten." Schließlich ist weder der Bürgermeister von Oftersheim noch der von Eppelheim im Kreistag vertreten. Den beiden Gemeinden hat dies trotzdem nicht geschadet. 

Ho