Nach einer regenreichen Nacht zeigte sich der Samstagmorgen wolkenverhangen. Das Aufbauteam der Grünen Liste machte sich jedoch im Bereich der Grillhütte unverdrossen an die Arbeit und der Regen löste sich allmählich in einzelne Tropfen auf, um dann gänzlich zu versiegen.
Am frühen Nachmittag brach dann die Sonne gelegentlich durch die Wolken
und der blaue Himmel zeigte sich über der Gänsweid. Ein gutes Omen für die am nächsten Tag anstehende Kommunalwahl sagten manche Besucher.
Die ersten Gäste hatten sich dann auch trotz weiterhin kühler Temperaturen auf das Festgelände gewagt.

Gemeinderat Ulf-Udo Hohl begrüßte die zahlreichen Gäste darunter politische Repräsentanten aus Brühl und Eppelheim sowie Vereinsvertreter aus Plankstadt. Hohl bezeichnete das Fest als Abschluss des Wahlkampfes der Grünen Liste Plankstadt (GLP), das unter dem Motto "Mitdenken, Mitmachen, Mitbestimmen" stehe. In seiner Rückschau auf die inhaltlichen Aktivitäten der GLP stellte er fest, dass wesentliche Themen des lokalen Wahlkampfes von der GLP bestimmt wurden: "Angefangen bei der Zukunft der Friedrichschule und des Schulstandorts Plankstadt insgesamt, über die gelungene Ausstellung "B 535: Widerstand und Bau" im Wasserturm sowie den Aufreger, dass Bgm. Schmitt aus Plankstadt sowohl im WK Eppelheim / Plankstadt / Oftersheim als auch im WK Wiesloch für den Kreistag des RN Kreises kandidiert, haben wir die Themen und Akzente der politischen Auseinandersetzung bestimmt."

Auffallend war für Hohl, dass die politischen Konkurrenten und Gegner die GLP nur unterschwellig aber nicht direkt angegriffen haben. Über die Zukunft der Friedrichschule hätten sich CDU und PlaLi heftig gefetzt und sich dabei vorgeworfen, dass dies kein Wahlkampfthema sei.
Die Befürworter des Monsterprojektes B 535 sahen sich durch die GLP-Ausstellung und die weithin sichtbaren Konsequenzen der Wahnsinnstrasse für Natur, Mensch und Landschaft in der politischen Defensive und am Pranger.
Die PlaLi versuchte mit Unterstützung des GLP Überläufers ökologische Kompetenz zu signalisieren, indem sie davon sprach, dass das Zeitzeloch nach dem Tunnelbau Biotop Charakter behalten soll. Die CDU wollte sich gar für eine Renaturierung der B 535 Trasse einsetzen und die SPD forderte als Trostpflaster mehr Raum für die Natur in Plankstadt. Der Vorgang zeige anschaulich, dass es nur eine politische Gruppierung in Plankstadt mit ökologischer Kompetenz gebe nämlich die GLP.

Politisches Ziel der GLP sei es durch die Erringung weiterer Mandate den beabsichtigten Durchmarsch der PlaLi hin zur absoluten Mehrheit im Gemeinderat aufzuhalten. Mit einem Appell an die Wähler die Politik der GLP zu honorieren, schloss Hohl den politischen Teil seiner Rede.
Er dankte anschließend den Helfern des Festes und dem Vorstand der GLP, der sich kreativ und tatkräftig in den Wahlkampf einschaltete. Eine Vorstellung der anwesenden Kandidatinnen und Kandidaten folgte.

Dann war der Weg frei für die Oberrheinische Bluesgesellschaft, die mit ihrer Musik im Stil des Chicago-Blues einige Stunden ordentlich einheizte und die nasskalte Witterung vergessen ließ. 
Nachdem die Band unter großem Beifall und einigen Zugaben verabschiedet wurde, suchte so mancher Besucher die Wärme seiner vier Wände.

Diesem gelungenen Fest folgte ein für die GLP erfreuliches Wahlergebnis, welches am Montagabend im Gasthaus Engel in groben Zügen analysiert und gefeiert wurde. Die Freude war groß, dass mit Sigrid Schüller eine Vertreterin der GLP in den Gemeinderat einzieht. Zusammen mit dem wiedergewählten Gemeinderat Ulf-Udo Hohl erreicht die GLP nun wieder Fraktionsstatus Wichtigstes Resümee war, dass trotz des Überläufers und der dadurch entstandenen Störmanöver, die GLP einen kompakten Wahlkampf führte und sich so das zweite Mandat überzeugend zurückholte. Mit 11,13% erreichte die Grüne Liste ihr bisher bestes Ergebnis. Nachdem CDU und SPD deutliche Verluste hinnehmen mussten, blieb es der GLP, mit ihrem Wahlergebnis, vorbehalten die absolute Mehrheit der PlaLi zu verhindern. Wie sich der Gemeinderat und Bürgermeister Schmitt nach der Wahl sortieren, werde sich zeigen.

Ho

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