Zu einem Radwandertag mit der Bundestagsabgeordneten von Bündnis 90 / Die Grünen Frau Dr. Angelika Koster-Loßack starteten die Teilnehmer bei herrlichem Sommerwetter in zwei Gruppen von Heidelberg und Plankstadt. Über Radwege durch den kühlen Wald, über Wiesen und Felder erreichten die beiden Gruppen das ca. 30 km entfernte Angelbachtal zur Mittagszeit und nahmen dort gemeinsam das Mittagessen ein.

Anschließend stand die Besichtigung des Demeter-Bauernhofs von Heimo Linse in Angelbachtal-Michelfeld auf dem Programm.

Heimo Linse ist einer der Pioniere des ökologischen Landbaus in der Region. Seit 20 Jahren betreibt er biologisch-dynamischen Landbau im Kraichgau. Er war in Plankstadt bei der Veranstaltung der GLP über die "Öko-Landwirtschaft" im März dieses Jahres als Referent geladen. Linse erläuterte den Teilnehmer die vielseitige sechs- bis achtjährige Fruchtfolge, die einen Verzicht auf chemischen und mineralischen Dünger möglich macht. Die Anreicherung von Stickstoff im Boden wird erreicht durch Klee und Leguminosen im Brachejahr. Er hob hervor, daß das ökologische Wirtschaften entscheidend die Umwelt entlaste z.B. werde für die Herstellung einer Tonne Stickstoffdünger ca. zwei Tonnen Primärenergie (Erdgas oder Erdöl) benötigt.

Der "Linse"-Hof" mit 85 Hektar Fläche, 19 Milchkühen und 17 Mutterkühen, ist einer von zehn Mitgliedsbetrieben der "Erzeugergemeinschaft Kraichgau", die auf unterschiedlichen Flächengrößen nach den strengen "Demeter"-Regeln Getreide und Gemüse produzieren. Die Vermarktung erfolgt über 20 Wochenmärkte in der Region zwischen Heidelberg, Eberbach und Bretten, den Bio-Großhandel und über ein Gemüse-Abonnement, das den Verbraucher, auch in Plankstadt, direkt beliefert.

Er beklagte wie alle Landwirte den Preisverfall in der Landwirtschaft. Außerdem wies er die Teilnehmer darauf hin, daß durch eine neue EG-Öko-Verordnung sogenannte "Öko"-Produkte auf den Markt kamen, bei denen nur in einem einzigen Jahr auf Spritzmittel und Mineraldünger verzichtet wird. Ein gemeinsames Vorgehen gegen diese Verordnung, die nur zur Verwirrung der Verbraucher beitrage, sei durch alle ökologisch kontrollierte Verbände nötig.

Nachdem die Teilnehmer noch die Gastfreundschaft von Heimo Linse in Anspruch nahmen, machten sie sich auf den langen Rückweg und erreichten leicht erschöpft, aber wohlbehalten die Startorte.

SiS

FacebookTwitterGoogle Bookmarks