Monatsthema bei der Grünen Liste Plankstadt diskutiert

In seiner Begrüßung ging Gemeinderat Ulf-Udo Hohl auf die jüngsten Skandale in der tierischen Produktion ein. BSE und die kriminelle Machenschaften in der Schweinemast, die immer größere Kreise ziehe, hätten die Diskussion über den ökologischen Landbau entscheidend gefördert.
Hohl erinnerte daran, daß die Grüne Liste Plankstadt (GLP) als einzige Gruppierung in Plankstadt den ökologischen Landbau seit Jahren thematisiert und auf ökologisch wirtschaftende Landwirte in der Umgebung hingewiesen hat. 
Der Vortrag von Sigrid Schüller werde den Verbrauchern eine Orientierungshilfe geben, um sich im Bereich der Produktion und der Produkte des ökologischen Landbaus zurecht zu finden.

In ihrem Referat wolle sie die höheren Preise bei Öko-Produkten transparenter machen und über die verschiedenen Anbieter informieren, betonte Sigrid Schüller.
Sie berichtete, daß die EU seit 1993 die Kennzeichnung von Öko-Produkten festlegt. Diese Verordnung bestimmt, daß Produkte mit "öko" oder "bio" bezeichnet werden dürfen, wenn regelmäßige Kontrollen und bestimmte Produktionsrichtlinien eingehalten werden. Der ergänzende Teil für die tierische Produktion wurde erst 1999 verabschiedet und trat im Sommer 2000 in Kraft. 
Sigrid Schüller wies daraufhin, daß der Einsatz von gentechnisch veränderten Pflanzen oder Tieren grundsätzlich verboten ist. Ökoprodukte sind an der gesetzlich vorgeschriebenen Nummer "DE-XXX-Öko-Kontrollstelle" zu erkennen.
"Die EU-Verordnung hat Sicherheit gebracht, da eine rechtliche Handhabung bei Mißbrauch besteht," stellte die Referentin fest.

Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau

Mitglieder der 1998 in Deutschland gegründeten Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AGÖL).

Anschließend ging die Referentin auf die Unterschiede in der konventionellen und ökologischen Landwirtschaft ein.
Durch den Verzicht auf die "chemische Keule" wie etwa mineralischen Stickstoffdünger oder chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel erwirtschaften Öko-Landwirte bis zu 40 Prozent weniger. Beim ökologische Landbau wird die Bodenfruchtbarkeit durch Fruchtwechsel und betriebseigenen Dünger erhalten. Unkraut-, Krankheits- u. Schädlingsbekämpfung erfolgen durch biologische, mechanische oder thermische Maßnahmen. Dünger darf nicht aus Intensivtierhaltung stammen wegen der möglichen Rückstände aus Arzneimitteln oder Futterzusätzen. Ausgeschlossen ist auch die Verwendung von Fäkal-, Klärschlamm- und Müllkompostdüngung. Bei der Lagerung ist das Nachreifen mit chemischen Substanzen, die Anwendung von Keimhemmungsmitteln und radioaktive Bestrahlung untersagt.

Tiere auf dem Öko-Bauernhof werden artgerecht gehalten. Vorbeugende Medikation oder "Verstümmeln" muß unterbleiben, wie z.B. Zähneschleifen oder Schwänzekupieren bei Schweinen. Die Tiere haben genügend Auslauf und Liegeplätze, können z.B. ungestört aufstehen und "ablegen". Außerdem sollen die Tiere möglichst nur Futter vom eigenen Hof fressen. Konventionelle Milchaustauscher dürfen nicht eingesetzt und es darf kein Tiermehl verfüttert werden. Das bedeutet mehr Flächenbedarf pro Tier und weniger "Leistung" in der Tierhaltung insgesamt.

Bei der Weiterverarbeitung von Lebensmitteln dürfen nur etwa 1/10 der konventionell zugelassenen Zutaten, Zusatzstoffe und Verarbeitungshilfsstoffe verwendet werden. Nicht zugelassen sind z.B. Farbstoffe und Konservierungsmittel, erlaubt sind nur natürliche Aromastoffe, aber nicht natur-identische Aromastoffe.

In der anschließenden Diskussion merkte Harald Geiser an, die Unterschiede in der konventionellen und der ökologischen Landwirtschaft seien ihm noch einmal drastisch vorgeführt worden. 
Bernd Schmid-Auffarth stellte fest, daß die ökologische Landwirtschaft ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz sei. Sie vermindere den Energieverbrauch und schone damit auch Rohstoffreserven. 
Die Referentin sprach sich für eine Wende in der Agrarwirtschaft aus und schloß mit der Aufforderung an die Landesregierung, die Hilfen für den Absatz ökologisch produzierter Lebensmittel deutlich zu verbessern und Förderprogramme für die regionale Verarbeitung und Vermarktung aufzulegen.

Eine Liste der von "Ökotest" empfohlenen Anbietern von Bio-Produkten, die in Naturkostläden, Reformhäusern und Handelsketten angeboten werden, können Sie hier aufrufen: Empfohlene Anbieter von Öko-Produkten

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