Ziel: Nachhaltige Entwicklung der Gemeinde

Bei der Vorstellung des Haushalts für das Jahr 2015 wurde wie bereits für 2013 und 2014 sein strukturelles Defizit offenbar: Konsumtive Kosten sind zu hoch, Einnahmen zu niedrig. Dieses Defizit soll erneut durch die Erschließung weiterer Neubaugebiete ausgeglichen werden. Und das, obwohl das jüngste Neubaugebiet noch jede Menge Baulücken hat und es im Ortskern Leerstand und Baulücken gibt. Folge dieses geplanten weiteren Flächenverbrauchs ist aber, dass Plankstadts Einwohner über steigende Grundsteuern immer mehr Infrastruktur finanzieren müssen.

Dies zeigt, wie kurzsichtig dieser weiter-so-Weg ist. Ein Großteil der Plankstädter Bürger will dem aber nicht mehr tatenlos zusehen. Mehr noch: Es reicht ihnen! Wie sich aus einer aktuellen Umfrage ergibt, sehen sie hierdurch die längst fällige Anpassung Plankstadts an den demografischen Wandel gefährdet. Dies betriff die intakte Natur, die Immobilienwerte und letztlich den Bestand ihrer Gemeinde. Letzterer ist bereits heute bedroht:

  1. Versorgung wanderte an den Ortsrand (z.B. Netto) bzw. wird gleich in Schwetzingen erledigt,
  2. Ortskern und alte Baugebiete drohen zu überaltern – der Leerstand (Wohngebäude und Gewerbe) nimmt zu, Begegnungsstätten fehlen,
  3. Bestehende Neubaugebiete – etwa Bruchhäuser Weg – weisen immer noch viele Baulücken auf,
  4. Infrastruktur - Straßen, Kanäle - ist heute schon in einem teilweise desaströsen Zustand,
  5. Vereine drohen zu überaltern und sorgen sich um Nachwuchs nebst geeigneter Räume.

Entscheidend für den Erfolg und die Akzeptanz der Plänkschter Allianz als aktive Verantwortungsgemeinschaft von Bürgern, Vereinen, Politik und Verwaltung ist die grundsätzliche Einsicht über die Notwenigkeit einer nachhaltigen und planvollen Kommunalentwicklung.

Innenentwicklung und Flächenmanagement

Das erste Handlungsfeld zum Zweck der vorausschauenden Ortsentwicklung ist zunächst die Einführung eines kommunalen Flächenmanagements. Kommunales Flächenmanagement heißt für Plankstadt, sich seiner baulichen, wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Potenziale bewusst zu werden und diese aktiv zu nutzen. Vor allem anderen soll daher zunächst die Revitalisierung des Ortskerns angegangen werden.

Beispiel einer Leerstandskartierung, Quelle Claus Hensold, 18.02.2013

Es besteht die Möglichkeit, für Planung, Konzepte und Maßnahmen der Innenentwicklung – auch über das bestehende Sanierungsgebiet „Ortsmitte II“ hinaus - Fördermittel zu erhalten. Beispielsweise gibt es das gerade erst am 23.10.2014 durch das Verkehrsministerium des Landes vorgestellte Förderprogramm „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“. Gerade dieses Programm kann der Gemeinde wirksame Anreize für Impulse und vorbereitende Planungen zugunsten der Innenentwicklung geben. Hierdurch werden Neubauflächen unnötig - eine nachhaltige Siedlungsentwicklung ermöglicht. Insbesondere für Familien und die älter werdende Bevölkerung sind kurze, fußläufige Wege zum Einkaufen, zu Arztbesuchen und zu Kinderbetreuungseinrichtungen ausschlaggebend für eine hohe Wohnqualität.

Damit einher geht die aktive Gestaltung der Demografie. Dies folgt der Einsicht, dass der demografische Wandel in Plankstadt bereits eingesetzt hat und mit Überalterung im Innenbereich, Leerstände, mangelnden Einkaufsmöglichkeiten und Begegnungsstätten einher geht. Die GLP meint, dass diese unaufhaltbare Entwicklung aktiv mitgestaltet werden muss. Die GLP hegt die berechtigte Hoffnung, dass die Akzeptanz zur nachhaltigen Kommunalentwicklung auf allen Ebenen besteht. So hat die GLP bereits sämtliche politischen Fraktionen im Gemeinderat auf die Möglichkeit zur aktiven Mitarbeit bei der Plänkschter Allianz („Mitten im Ort – Mitten im Leben“) angesprochen. Konkret ist geplant, eine Veranstaltung zum ersten Thema, dem kommunalen Flächenmanagement, zu organisiert (Ziel: optimale Flächennutzung statt Neubaugebiet). Hieran sollen nicht nur Politik, Vereine und Verwaltung, sondern auch interessierte Bürger teilnehmen können. 

Flächenmanagement und 10-Punkte-Konzept

Im Ergebnis setzt die Plänkschter Allianz damit voll auf die interkommunale Zusammenarbeit und bezieht letztlich vom Kleinkind bis zum älteren Menschen sämtliche Akteure der Kommune in ihre Zukunftsgestaltung ein. Die Voraussetzungen skizziert ein 10-Punkte-Konzept, das in den nächsten 10 Jahren maßgeblich dabei helfen wird, die heute üblichen Pfade zu verlassen und die Rahmenbedingungen zur nachhaltigen Entwicklung der Gemeinde zu schaffen.

10-Punkte-KonzeptDieses Konzept konzentriert sich ganzheitlich auf miteinander verwobene Themen, wie Demografie/Akzeptanz des demografischen Wandels, Gesundheit, Wohnen, Bildung, Generationenbeziehungen, Freizeit/Vereine, Kultur, Verkehr, Wirtschaft/Vernetzung und Integration. Das kommunale Flächenmanagement fungiert hierbei als Klammer und ermöglicht, den Spagat zwischen dem Heute und dem Morgen zu bewältigen. Es baut Angebote und Leistungen für ältere Menschen aus, ohne dabei die Bedürfnisse und Interessen von Kindern, Jugendlichen und Familien aus den Augen zu verlieren.

Die GLP stellt sich der Mammutaufgabe der zukünftigen Kommunal- sowie Innenstadtentwicklung. Jede Verzögerung des Anpassungsprozesses an die Gegebenheiten macht es den nachfolgenden Generationen schwerer.

MITDENKEN. MITMACHEN. MITBESTIMMEN.

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