Erich Westendarp, Pixabay.com

Bei den wöchentlichen Treffen tauschten sich die Teilnehmenden der Grünen Liste Plankstadt (GLP) über die geplanten Varianten des Bahnprojekts Mannheim-Karlsruhe aus und berichteten zudem über die Videokonferenz des Grünen Kreisverbandes mit Ortvorständen und Gemeinderät*innen aus der Region.

Die Bahnstrecke Rotterdam-Genua soll die Kapazitäten im Güterverkehr erhöhen und durch den Ausbau den Güterverkehr auf den umweltfreundlichen Verkehrsträger Schiene verlagern. GLP und die Grünen im Kreisverband begrüßen angesichts der Klimakrise die Verlagerung des Warentransports von der Straße auf die Schiene und damit dieses dringend notwenige europäische Infrastrukturprojekt. Der Ausbau der Bahnstrecken in Italien und der Schweiz ist fast abgeschlossen. Deutschland hinkt zeitlich hinterher.

Beim Bahnprojekt MA-KA hat die DB Netz AG den Auftrag, durch Neu- oder Ausbau die Verbindung zwischen dem Rangierbahnhof Mannheim und dem Güterbahnhof Karlsruhe so zu ertüchtigen, dass die Strecke 250 bis 350 Güterzüge pro Tag aufnehmen kann. Zurzeit laufen die Untersuchungen, um eine Trasse für zwei neue Gleise zu finden.

Mögliche Varianten werden nun detaillierter auf ihre Auswirkungen für die Bevölkerung, Natur, technische Umsetzbarkeit und Kosten betrachtet.

Eine dieser möglichen Strecken verläuft zwischen Plankstadt und Eppelheim und wird parallel zur A5 bis Walldorf geführt. Gegen diese Variante sprachen sich sowohl die Teilnehmer*innen aus Plankstadt, Eppelheim und Oftersheim wegen der Zerschneidung der Landschaft und dem Verlust des Naherholungsgebietes aus. Auch die Stadt Heidelberg erhebt Einwände gegen diese Variante. Die Teilnehmenden aus Walldorf und St. Leon-Rot bemängelten den Lärmschutz. Bereits belastet durch die A5 werde der Lärmschutz nur für die beiden Gleise berechnet. Eine kumulative Berechnung des Lärms von Autobahn und Bahngleisen müsse von der neuen Bundesregierung auf den Weg gebracht werden, damit die Lärmschutzmaßnahmen tatsächlich für die Bevölkerung spürbar werden.

Bei der Bündelung der Gleise auf der Bestandsstrecke und der Tunnellösung für Schwetzingen/Oftersheim wird der Lärmschutz nach den heutigen Standards berechnet und somit werden die Lärmschutzmaßnahmen auf alle Fälle besser sein als zurzeit.

Die GLP war sich einig, dass die zusätzlichen Gleise für den Güter- und Fernverkehr gebraucht werden und die Tunnellösung auf lange Sicht die beste Lösung für die Region ist.

Sigrid Schüller

Die langjährige Forderung der Grüne Liste Plankstadt (GLP), den Nahverkehr von Plankstadt nach Heidelberg zu verbessern, wurde mit dem Fahrplanwechsel endlich Wirklichkeit. So fahren alle Busse der Linie 713 nun im 20-Minutentakt wie bisher zur Straßenbahn-Endstelle in Eppelheim, dann aber weiter über das Ärztehaus Eppelheim zum S-Bahnhof Wieblingen-Pfaffengrund. Dort besteht ein leichter und schneller Übergang über Treppen oder Aufzüge zur Deutschen Bahn. Diese fährt im Taktverkehr zum Hbf. Heidelberg und weiter in das Neckartal oder das Rheintal in Richtung Wiesloch und Bruchsal. In Gegenrichtung kann vom S-Bahnhof Ludwigshafen, Neustadt-Weinstraße oder Speyer und Germersheim ohne Umstiege erreicht werden.

Jede Stunde fährt der Bus 713 noch weiter über die Haltestelle Betriebshof bis ins Neuenheimer Feld und durchquert dort das gesamte Klinikgelände mit Haltestellen u.a. am Botanischen Garten, dem Zoo und an der Kopfklinik bis zur der Endstelle am Bunsen Gymnasium.

Die deutliche Verbesserung haben Grüne aus Plankstadt, Schwetzingen, Eppelheim und Heidelberg zum Anlass genommen, mit einer gemeinsamen Fahrt an einem Freitagnachmittag die Streckenführung und die neuen Busse zu testen.

„Auf der neuen Linie sind noch Kinderkrankheiten zu beheben,“ stellt der Schwetzinger Betriebsstellenleiter der SWEG, Christian Schädler, fest, der auf Einladung des Eppelheimer Stadtrates, Marc Böhmann, an der Fahrt teilnahm. Ebenso wurde ein weiterer Busstopp im Pfaffengrund diskutiert, der für Beschäftigte im Industriegebiet „Rittel“ interessant wäre.

Das zunehmende Fahrgastaufkommen bestätigte auch Busfahrer Detlef Kleinlosen, der seit Dezember die neue Buslinie fährt: „In den ersten Wochen bin ich noch mit wenigen Fahrgästen gefahren. Mittlerweile ist das Fahrgastaufkommen gerade morgens und in den Abendstunden Richtung S-Bahnhof und Neuenheimer Feld und zurück hoch.“

Christoph Rothfuß, Grüner Stadtrat aus Heidelberg, sieht ebenfalls die großen Vorteile der erweiterten Buslinie: „Jetzt haben zahlreiche Pendlerinnen und Pendler von Schwetzingen, Plankstadt und Eppelheim zum S-Bahnhof und ins Neuenheimer Feld ein Argument mehr, auf den ÖPNV umzusteigen. Die neue erweiterte Buslinie ist ein wichtiger Baustein für die Verkehrswende in unserer Region."

Christoph Ruebeling

Die Grünen aus der Region testen die neue erweiterte Buslinie 713

Die Grünen aus der Region testen die neue erweiterte Buslinie 713.

Von links: Andre Müller (Eppelheim), Christoph Rothfuß (Heidelberg), Sabine Walter (im Mittelgang, Schwetzingen), Felix Felbel (Plankstadt), Christa Balling-Gündling (Eppelheim), Sigrid Schüller (Plankstadt), Linda Uchlier (Eppelheim) 

Foto: Marc Böhmann

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