Foto: Bernd Schmid-Auffarth

Eingeladen hatte Dr. Andre Baumann, der bei der politischen Radtour sich als Grüner Kandidat des Wahlkreises für die Landtagswahl vorstellte. Eingeladen waren die grünen Mitglieder, um die Teilnehmerzahl wegen Corona zu begrenzen. Von der GLP nahmen als Mitglieder des Gemeinderats Thomas Burger und Uli Auffarth teil. Treffpunkt war der Radweg auf dem „Tunneldeckel“ der B535. Dort, wo heute die B 535 überdeckelt ist, gab es einst das wertvollste Biotop auf Plankstadter Gemarkung  das Zeitze-Loch. Dieses war eine aufgelassene Kiesgrube mit Schilfröhrichten und naturnahen Ahornwäldchen auf dem Grund der Kiesgrube, der alte Bahndamm beherbergte Magerwiesen. Am Eingang des Biotops beim früheren Spielplatz feierte die GLP zusammen mit NABU, BUND und der Bürgervereinigung B37z über viele Jahre das so genannte Zeitze-Loch-Fest. Bei diesen Festen wurde über den Bau der Bundesstrasse und über die damit verbundenen verkehrspolitischen und ökologischen Schäden informiert.

Andre Baumann erinnerte an den Flächenverbrauch von rund 72 ha für die B535 und nochmal 20 ha für die Ostumfahrung. „Durch die beiden Straßen und begleitendeGewerbe- und Wohngebiete wurden beste landwirtschaftliche Produktionsflächen, Naherholungsgebiete und wertvolle Natur unwiederbringlich zerstört“, sagte Baumann,“dadurch entstand ein enormer Druck auf die Schwetzinger Wiesen, diese als landwirtschaftliche Flächen zu nutzen“.

Weiter ging die Radtour entlang des ehemaligen Bahndamms Richtung Eppelheim. Baumann erklärte die Entstehung der viele Kilometer langen Feldhecke beginnend an der Ringstraße in Plankstadt über Eppelheim nach Heidelberg-Pfaffengrund. „Die Hecke wurde längs der Bahnstrecke Heidelberg nach Speyer bis vor die Tore Schwetzingen angelegt, damit der Funkenflug der Dampfeisenbahn nicht die Getreidefelder in Brand steckte. Heute ist die Feldhecke als Biotop besonders geschützt und ein erhaltenswertes Kulturdenkmal.“ Baumann erinnerte, dass er als NABU-Gruppenvorsitzender durch Glück und Verhandlungsgeschick ein großes Teilstück der geschützten Feldhecke an der Ostumfahrung Plankstadt, vor der Zerstörung retten konnte.

Ein weiterer Gesprächspunkt war der Radschnellweg von Heidelberg nach Schwetzingen, der ja an der alten Bahnstrecke entlang geführt werden soll. Dieser Radweg darf keine Beeinträchtigung der Biotope auf dem alten Bahndamm mit sich bringen, forderte Gemeinderat Thomas Burger. Der Radschnellweg könnte auch zur Wiederherstellung der alten Kurpfalzachse (Königstuhl – Schwetzinger Schloss) führen. Daran erinnerte Gemeinderätin Uli Auffarth. Die Überbrückung der B535 auf dieser Achse käme sowohl der historischen Bedeutung als auch dem optimalen Radwegverlauf entgegen.

An der Eppelheimer Grillhütte kamen noch die Radler aus Eppelheim dazu, dabei die GR Christa Balling Gündling und Marc Böhmann.

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