"Baden-Württemberg braucht alle Talente - von Anfang an"

Diese These stellte Frau Dr. Ute Kratzmeier an den Anfang ihres Vortrages bei der Veranstaltung der Grünen Liste Plankstadt (GLP) im Gasthaus "Engel" zum Thema "Gemeinsam länger lernen".

Die Referentin für den Bereich allgemein bildende Schulen beim Landesverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und grünes Mitglied aus Bretten erläuterte zunächst das alternative Schulmodell einer "gemeinsamen Schule für alle" bis zum 10.ten Schuljahr.

Was gegen das jetzige System spräche, sei das zu frühe Sortieren nach Haupt- und Realschule sowie Gymnasium. Nur sehr wenige Staaten weltweit würden eine so frühe Selektion vornehmen wie Deutschland.

Der Leistungs- und Notendruck ab der dritten Klasse sei dem Lernen nicht förderlich, würden Gehirnforscher betonten. Wenn sich das Kind in der Schule nicht wohl fühle, dann kann es auch nicht lernen.

Jedes Kind lerne anders und habe ein eigenes Begabungsprofil. Auf dieses individualisierte Lernen müsse die Schule eingehen. So wäre eine optimale Förderung sowohl für Kinder mit besonderen Fähigkeiten und Kinder mit Beeinträchtigungen möglich.

Eine "gemeinsame Schule", die sich an jedem einzelnen Kind orientiert, würde ebenso eine Sicherung des Schulstandortes gerade für kleinere Gemeinden wie Plankstadt bedeuten. Der demografische Wandel und die geringe Akzeptanz der Haupt- und Sonderschulen würden sonst dazu führen, dass ein Drittel der existierenden Schulen schließen müsse.

An den Schluss ihrer Ausführungen stellte Kratzmeier ein Zitat von Frau Prof. Dr. Rita Süßmuth (CDU) "Wenn wir immer nur kleine Reparaturen an einem überkommenen System vornehmen, können wir die Zukunft nicht gewinnen."

In der folgenden angeregten Diskussion mit Eltern, Lehrern und Vertretern der Freundeskreise der Plankstädter Schulen ging es sowohl um die Kosten, Ausbildung und Engagement der Lehrer und den Einfluss des Elternhauses auf die Lernerfolge der Kinder.

Manfred Kern, Landtagskandidat von B90 / Die Grünen und Vater von drei Kindern, zeigte sich sehr zufrieden mit den alternativen Unterrichtsformen freier Schulen.

Bestehende Modellanträge einiger staatlicher Schulen müssten durch das Kultusministerium zugelassen werden.

Auch die CDU in Baden-Württemberg könne es sich nicht mehr leisten dagegen zu sein. Sie wird den Vorschlägen der Grünen folgen müssen, so wie sie es bereits bei der Kleinkinderbetreuung und bei Ganztagesschulen gemacht hat.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie im Internet unter www.in-einer-schule-gemeinsam-lernen-bw.de einem Netzwerk von verschiedenen Organisationen aus Baden-Württemberg, u.a. dem DGB, Diakonie und dem Arbeitskreis Gesamtelternbeiräte.

Sch

Pressebericht der GLP vom 22.02.2011

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