"Keine Verlängerung der Laufzeiten und sofortige Stilllegung der Uraltmeiler Biblis und Neckarwestheim"
- das war die einhellige Meinung der Kreisgrünen bei ihrer Sitzung in Schwetzingen. Kreisrätin Christa
Balling-Gündling führte aus, dass die Atomenergie vom Steuerzahler bisher mit ca. 250 Milliarden Euro
subventioniert wurde. Nach wie vor gebe es kein sicheres Endlager. Neueste Enthüllungen über die Standortsuche
in den siebziger Jahren hätten gezeigt, dass der Standort Gorleben nicht nach Sicherheitskriterien ausgesucht
wurde, sondern eine rein politische Entscheidung gewesen sei. Auch zeige das "Absaufen" des mit schwach
bis mittelradioaktiven Mülls gefüllte Lager Asse, dass der Steuerzahler wieder einmal mit mehr als eine
Milliarde Euro für die Räumung des Lagers aufkommen müsse, heißt es in einer Presseverlautbarung
der Grünen.
Wohin mit Brennstäben?
Ein großes Problem sahen die Mitglieder auch darin, dass bei einer Verlängerung der Laufzeiten der Atommeiler
auf bis zu 60 Jahre die vorhandenen Lagerkapazitäten bei den Atommeilern für abgebrannte Brennstäbe
längst nicht ausreichen würden. Pläne für zusätzliche Unterbringung seien aber nicht bekannt.
Auf weitere Kritik stießen die Beschlüsse der Bundesregierung, gleichzeitig die Einspeisungsvergütung
für Solarstrom zu kürzen. Dies würde insbesondere die Solarbranche treffen, bei der Deutschland
einer der Weltmarktführer ist, so das Ergebnis der Diskussion.
Sowohl der Kreisverband als auch der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen unterstützen deshalb
den Aufruf zur Teilnahme an der "Südwestdeutschen KETTENreAKTION" am 24. April in Biblis. Ein Bündnis
von über 100 Organisationen ruft anlässlich des Tschernobyl-Jahrestages dazu auf, das AKW mit einer Menschenkette
zu umzingeln.
Schwetzinger Zeitung
22. April 2010
Pressebericht vom 22.04.2010