In ihrem Stadtblattartikel am 21.05. fordert Stadträtin Ulrike Beck (Heidelberg) ein Ende der Gentechnikversuche
in der Kurpfalz.
Der Schauplatz: ein Acker in Neubotzheim bei Ladenburg.
Das Besondere: die Aussaat von Genmais Anfang Mai.
Das Kritische: das durch den gentechnisch veränderten Mais erzeugte Gift schädigt nicht nur Mais-Schädlinge
wie den Maiszünsler sondern auch verschiedene Nützlinge. Sein Pollen macht nicht an der Grenze halt,
die vom Gesetz als Sicherheitsabstand zu gentechnikfreien Nachbarfeldern vorgesehen ist.
Schon im 3. Jahr lässt Baden-Württemberg trotz anhaltender Proteste aus der Bevölkerung im Freilandversuch
den Genmais MON 810-6 der Firma Monsanto ausbringen. Während in anderen Bundesländern mittlerweile der
Anbau von Genmais und Genweizen gestoppt wurde, hält Baden-Württemberg immer noch an dieser letzten Versuchsstätte
fest. Das Bündnis „Bürger für gentechnikfreie Landwirtschaft in der Kurpfalz“ BürGenLand hatte
am 4. Mai zu einer Protestaktion vor Ort aufgerufen, der viele Menschen aus der Region folgten.
Dabei ist gentechnisch veränderter Mais als Futterpflanze nur die Spitze des Eisbergs: Pläne für
Versuche mit Gemüse, Kartoffeln oder Getreide liegen bereits in den Schubladen multinationaler Saatgutkonzerne.
Und das, obwohl eine übergroße Mehrheit der Bevölkerung Genfood ablehnt. Gesundheitliche Folgen
für die Gesellschaft sind nicht absehbar und ökologische Bedenken bestehen weiter.
Dass es auch anders geht, macht Österreich vor: erfolgreich setzt dieses Land sein nationales Verbot gegen
EU-weit zugelassene Gentechnik-Sorten durch.
Auszeichnung von gentechnikfrei erzeugten Lebensmitteln mit dem Label „Ohne Gentechnik“ ist zukünftig ein
wichtiger Schritt für hiesige Verbraucher, durch ihr Kaufverhalten aktiv Einfluss zu nehmen.
Noch haben wir Wahlfreiheit im Gegensatz z.B. zu Kanada: hier ist der Ausbreitungsprozess mit gentechnisch veränderten
Organismen z.T schon so weit fortgeschritten, dass auch konventionelles Saatgut verseucht ist.