In der letzten Montagssitzung der Grünen Liste Plankstadt (GLP) im Gasthaus "Engel" entwickelte
sich eine ursprünglich humorvolle Betrachtung der närrischen Aschermittwochsrituale in der Region zu
einer lebhaften Debatte über lokale Unterschiede.
Besonders das Personal der Verwaltung sorgte bei der Rückgabe des Rathausschlüssels durch die organisierten
Narren für reichlich Gesprächsstoff.
Während in den Trauerrunden von launigen Kommentatoren, Heringen, weißem Käse und Gequellten, die
OBs, Bürgermeister und Bürgermeister-Stellvertreter der umliegenden Gemeinden den Rathausschlüssel
von den erschöpften und weinenden Narren zurückholten, war es in Plankstadt Hauptamtsleiter Thate, "der
symbolisch den Rathausschlüssel und damit die Regierungsgewalt" (Schwetz. Ztg. V. 19.02.2010) zurückbekam.
Auffallend bei diesem Vorgang war für die Montagsrunde der GLP nicht die Abwesenheit des Bürgermeisters,
sondern die der Bürgermeister-Stellvertreter.
Am Aschermittwoch des PCC ließ sich der Bürgermeister wie schon des Öfteren durch seinen Hauptamtsleiter
vertreten, der dabei offiziell als eine Art "Vizebürgermeister" fungierte, was durch die Gemeindeordnung
nicht abgedeckt ist.
Diese eigenmächtige Art der Stellvertretung sei nicht akzeptabel, denn die Bürgermeister-Stellvertreter
seien wie in allen anderen Gemeinden als Repräsentanten des Gemeinderats von diesem gewählt, um im Verhinderungsfall
den Bürgermeister zu vertreten.
Bürgermeister Schmitt fahre bei der Repräsentanz der Verwaltungsspitze dagegen ein eigentümliches
Regiment.
Nach Auffassung der Runde bilde die Szene das Verhältnis des Bürgermeisters zu seinen zwei Stellvertretern
exemplarisch ab.
Sie werden beide nur sparsam eingesetzt und auf dem Rathaus will sie der Bürgermeister im Vertretungsfall
schon gar nicht sehen. Darüber, ob den Bürgermeister-Stellvertretern überhaupt Schlüssel des
Rathauses für eine durch die Gemeindeordnung festgelegte Amtsvertretung zur Verfügung stehen, konnte
man nur Mutmaßungen anstellen. Ihnen dann in einem förmlichen Akt den Rathausschlüssel als Symbol
der Regierungsgewalt auszuhändigen, war dann doch wohl zu heikel.
Gemeinderat Ulf-Udo Hohl erinnerte daran, dass er als Gemeinderat seinen Rathausschlüssel behaupten konnte,
den ihm Bürgermeister Schmitt mit vordergründigen Argumenten entwinden wollte.
Die beiden Fraktionen, welche die Bürgermeister-Stellvertreter stellen, wurden aufgefordert hier Abhilfe zu
schaffen und die Gemeindeordnung zur Geltung zu bringen.
ho
Pressebericht der GLP vom 8.03.2010