in einem ausführlichen Interview anlässlich ihres Ausscheidens aus dem Amt am 13.9.08 in der Schwetzinger
Zeitung haben sie ihre Verdienste der verflossenen 16 Jahre dargestellt. Bürgermeister-Stellvertreter Schleich
wird dies bei ihrer offiziellen Verabschiedung am 26.9.08 erneut tun. Wir enthalten uns deshalb der Bewertung.
Sie haben allerdings auch ihr Herz ausgeschüttet und ihr Verhältnis zum Gemeinderat in dem Artikel beleuchtet.
Diesen Passagen ist zu entnehmen, dass sie mit einigem Groll aus dem Amt scheiden. Da sie uns als einzige Fraktion
namentlich erwähnen und sich mit unserer Politik befassen nehmen wir diese Auszeichnung zum Anlass auf diese
Passagen einzugehen.
Zu recht verweisen sie auf die Anfänge ihrer Amtszeit, wo sie, als in der Wolle gefärbter Konservativer
sich aufgrund ihrer Schriesheimer Erfahrungen sich gegenüber der GLP öffneten. Ein erstes Signal, das
die GLP durchaus verstand, war die Einladung der gesamten Schriesheimer Grünen Fraktion zu ihrer ersten Ratssitzung.
Sie haben ökologische Initiativen und Anträge der GLP aufgenommen und als Paket installiert, das öffentliche
Zuschüsse erhielt. Sie haben unsere Bestrebungen den Wasserturm für die Öffentlichkeit zu öffnen
unterstützt. Wir revanchierten uns mit Ausstellungen zur Geschichte der Wasserförderung in Plankstadt
am Tag des Denkmals. Das Klima im Gemeinderat war gut. Sie hätten das Zeug dazu gehabt neue Landmarken in
der Plankstädter Kommunalpolitik zu setzen. Stattdessen erlagen Sie den Einflüsterungen der von Ihnen
so gelobten honorigen Ratsmänner von 1992, denen mein Kollege und ich, obwohl wir schon länger im Gemeinderat
saßen, nicht angehörten.
Gestatten Sie noch einige Richtigstellungen zum Zeitungsartikel vom 13.Sept.08: den Fraktionsstatus haben wir uns
materiell vor dem Verwaltungsgericht Karlsruhe erstritten. Sie haben ihn in der Geschäftsordnung formal vollzogen.
Aus der generellen Ablehnung der B535 hat die GLP nie einen Hehl gemacht und wer die Monsterfurche dieser Autobahn
durch unsere Gemarkung verfolgt, weiß, dass wir Recht haben.
Sie sind der Mähr vom kleinen Finger und dem ausgerissenen Arm aufgesessen, die ihnen die honorigen Ratsmänner
und andere Lobbyisten immer wieder erzählten. Damit war es aus mit ihrem reformerischen Elan.
Mit der ruhmlosen Wiederwahl 2000 haben sie die Quittung dafür bekommen. Klimatische Veränderungen im
Gemeinderat, die mit dem Einzug neuer Gemeinderäte verstärkt wurden, ihr Hinweis auf einen personellen
Wechsel in einer Fraktion, die wohl nicht die unsere sein kann, ließen sie immer mehr in eine Sackgasse geraten,
die sie mit der Zeit vierspurig ausbauten.
Verzehrende Reibereien mit der Mehrheit des Gemeinderats aufgrund falscher oder mangelnder Kommunikation waren
die Folge. Gelegentliche Ertüchtigungen verloren sich nach kurzer Zeit im Sand. Ihre anfängliche Mehrheit
verlief sich und sie mussten empfindliche Abstimmungsniederlagen gerade auch im Bereich der Verwaltung hinnehmen.
In die Verwaltung schlich sich ein gefährlicher Wurm ein, der an der Exekutive nagte, die Geschäfte der
Verwaltung erschwerte und viel Verdruss erzeugte.
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Huckele, die GLP Fraktion bedauert es sehr, dass sich der junge dynamische
Huckele mit seinen Reformvorstellungen, ja vielleicht auch mit seinen Träumen, nicht behaupten konnte und
der alte konservative Adam die Überhand behielt. Natürlich haben auch wir dazu unseren Beitrag geleistet.
Wir räumen ein, dass wir ihr Stehvermögen gegenüber den Kräften der Beharrung falsch eingeschätzt
haben. Noch wissen wir nicht, was uns nach ihrer Amtszeit erwartet, vielleicht sehen wir sie dann in einem anderen
Licht.
Das letzte Wort zu ihrer Amtszeit bleibt aber wie immer der Nachwelt überlassen. Wir wünschen Ihnen und
ihrer Familie alles Gute und gehen von einem Wiedersehen in den gesellschaftlichen Bereichen unserer Gemeinde aus.
Ulf- Udo Hohl, GLP-Fraktionssprecher