Einen mehrheitlich gefassten Beschluss des Gemeinderats zu kritisieren ist nicht etwa, wie das Rathausoberhaupt
Plankstadts glaubt, "undemokratisch", sondern entspricht selbstverständlicher demokratischer Praxis,
die nicht von Verwaltung und Rathausparteien (CDU, Pla-Li und SPD) genehmigt werden muss.
Zunächst rufen wir in Erinnerung, dass nicht die GLP es war, die die "Akte Ehrung Weick" nach der
missglückten Benennung der Mehrzweckhalle zur "Werner Weick Halle" wieder reaktiviert hat.
Dem ausserdem zugeschalteten Landrat Schütz kann man schlechterdings nicht verwehren, trotz mangelnder Detailkenntnisse
der Plankstädter Kommunalpolitik, als Dienstvorgesetzter seinen ehemaligen Dienstuntergebenen zu verteidigen.
Dem Nachweis einer angeblich falschen Anschuldigung sehen wir im übrigen mit Interesse entgegen.
Zum Verständnis für die Öffentlichkeit weisen wir nochmals darauf hin, dass Herr Weick während
seiner Amtszeit gegen Geist und Buchstabe des Grundgesetzes in Sachen Gleichbehandlung verstossen hat:
- Weigerung, über Haushaltsanträge der Grünen Liste Plankstadt in korrekter Form abstim-men zu lassen
- Verweigerung von Fraktionsstatus und Fraktionsgeldern
- Weigerung, einen angemessenen Platz für Veröffentlichungen bereitzustellen
- Behinderung von Veröffentlichungen im Gemeindemitteilungsblatt
- Verweigerung der GLP-Teilnahme am Strassenfest
- unfaire Berichterstattung durch im Rathaus erstellte Presseberichte
Dass der Gemeinderat in seiner heutigen Zusammensetzung die damaligen Zustände mehr-heitlich nicht kennt oder
nicht mehr wahrhaben will, rechtfertigt keine nachgeholte Ehrung für über das übliche Mass eines
Bürgermeisterdienstes nicht hinausgehende "Verdienste". Wer angesichts der Sachlage von "vorbildhafter
Korrektheit" spricht, schönt die Wirklichkeit ohne nachvollziehbaren Grund. Warum es Altbürgermeister
Weick, nachdem er im Olymp der Ehrenbürger seinen Platz eingenommen hat, zu Lebzeiten noch nach einer Straße
mit seinem Namen verlangt, bleibt im Dunkeln. Wir vertreten die Auffassung, dass öffentliche Amtsträger
nach ihrem Abschied aus dem öffentlichen Dienst in ihrem Begehren nach zusätzlicher Anerkennung und Neigung
zur Denkmalspflege bescheidener sein sollten.
Wie im übrigen der interessierten Öffentlichkeit die Kuriosität der Straßenbenennung eines
Baugebiets mit den Weltpolitikern Adenauer und Brandt und den lokalen Amtsträgern Baust und Weick vermittelt
werden soll, steht noch dahin. Die Grüne Liste Plankstadt hat sich der Mühe unterzogen, vier verschiedene
Alternativvorschläge zu unterbreiten (Europapolitiker, Demokraten des 19. Jahrhunderts, Landschaften und vier
lokale Persönlichkeiten, deren Verdienste konsensfähig sind.
Da sich Ex-Bgm. Weick entgegen der damaligen Erwartung in die Tagespolitik hat einbringen lassen, ist die Voraussetzung
für die frühere Akzeptanz der Ehrenbürgerwürde entfallen.
Die Gemeinderäte Ulf Udo Hohl und Winfried Wolf ziehen hiermit ihre Unterschrift unter die Ehrenbürgerurkunde
zurück und verlangen von Bürgermeister Huckele die Streichung.
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