Auf Einladung der Grünen Liste Plankstadt (GLP) und dem Kreisverband von Bündnis90/Die Grünen
trafen sich viele Interessierte im Nebenzimmer des Gasthaus "Engel" in Plankstadt. Thema des Abends war
die Machbarkeitsstudie zur Straßenbahnverlängerung von Eppelheim über Plankstadt nach Schwetzingen.
Sigrid Schüller, GLP, freute sich über die große Resonanz und begrüßte die Stadt- und
Gemeinderäte der Grünen Listen und Ortsverbände der Grünen aus der Region, Ulrich Zuber, Kreistagsabgeordneter
von B90/die Grünen, Anna Zetzmann, Mitarbeiterin der Bundestagsabgeordneten Angelika Köster-Loßack
und Wolfgang Brauer, Vertreter von ProBahn Rhein-Neckar.
Die Anwesenden sprachen sich einstimmig für die Straßenbahnverlängerung aus und verabschiedeten
die folgende "Plankstädter Erklärung":
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Zuvor hatte Gemeinderat Ulf-Udo Hohl, GLP, über die 1998 in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie informiert,
deren Ergebnisse in diesem Sommer vorgestellt wurden.
Er verwies auf die dort aufgeführten Vorteile einer Straßenbahn gegenüber dem Bus:
größerer Komfort, mehr Sitzplätze, kein lästiges Umsteigen in Eppelheim sowie die verkürzte
Fahrzeit.
Die Machbarkeitsstudie sehe außerdem eine Verdopplung der Fahrten und damit eine wesentlich verbesserte Anbindung
von Plankstadt und Schwetzingen an Heidelberg vor; tagsüber werde ein 10 Minuten Takt und abends ein 30 Minutentakt
(z.Zt. 20 Minuten Takt tagsüber, ab 20.00 Uhr nur noch jede Stunde) eingeführt.
Gemeinderätin Regina Czechanowski, Bündnis90/Die Grünen, aus Eppelheim begrüßte die Straßenbahnplanung
zur Verlängerung der Linie 2. Sie rechne damit, daß die Hauptstraße in Eppelheim dadurch entlastet
werde.
Ulf-Udo Hohl wies diesbezüglich auf eine Untersuchung in Karlsruhe hin, wonach Autobesitzer nur zu vier Prozent
bereit seien einen Bus zu benutzen, aber 30 % eine Straßenbahn und 40% die Stadtbahn.
Adolf Härdle, Stadtrat von Hockenheim, betonte die wirtschaftliche Bedeutung und den Standortvorteil eines
gut ausgebauten ÖPNVs in der Region.
Die Baukosten der Straßenbahnverlängerung würden mit 50 Millionen DM beziffert, wovon bis zu 85%
vom Land übernommen werden. Die restlichen 15% müßten anteilsmäßig von den Kommunen,
dem Rhein-Neckar-Kreis und der HSB getragen werden. Die Unterhaltskosten könnten durch ein verbessertes Angebot
und höhere Beförderungszahlen kostenneutral gehalten werden. Es sei an der Zeit für die Region Rhein-Neckar
die Mittel des Landes Baden-Württemberg einzufordern.
Ulf-Udo Hohl kam dann auf die jüngsten Äußerungen der Bürgermeister und Gemeinderäte
aus den betroffenen Gemeinden zu sprechen, die zeigten, daß der Wille zur Umsetzung derzeit keine Mehrheit
finde.
Sämtliche Planungen des ÖPNV würden mehrheitlich von der Realisierung des Autobahnzubringers B 535
abhängig gemacht und gezielt blockiert. Dieser künstlich aufgebaute Zusammenhang bestehe aber nur insoweit,
als der Bau der B 535 zu einer Zunahme des Autoverkehrs führe und eine Stärkung des ÖPNV verhindere.
Zurecht wies Bernd Schmid-Auffarth, GLP, daraufhin, daß das "Nadelöhr Plankstadt" während
der Asphalterneuerung in der Schwetzinger / Eppelheimer Straße nicht zu chaotischen Verhältnissen und
langen Staus geführt habe. Dann kommt auch die Straßenbahn durch, folgerte er.
Wolfgang Brauer, ProBahn Rhein-Neckar, befürwortete die Straßenbahnplanungen der HSB ebenfalls. Zur
aktuellen Diskussion in Schwetzingen über die Endhaltestellte, stellte er fest, daß die Strassenbahnlinie
2 in Schwetzingen bis zum Bahnhof oder Schloß geführt werden muß. Die Straßenbahn müsse,
um Ortschaften sinnvoll und optimal anzuschließen, die Ortszentren erreichen. Diese Planungen weisen die
besten Kosten-Nutzen-Ergebnisse auf.
Alle Anwesenden waren sich einig, daß die Bevölkerung über die Machbarkeitsstudie besser zu informieren
sei und die jetzigen Bus/Straßenbahn-Benutzer sowie lokale Gruppen angesprochen und mobilisiert werden müßten.
Eine Unterschriftensammlung in Eppelheim Plankstadt und Schwetzingen soll folgen.
Adolf Härdle, Stadtrat von Hockenheim und Landtagskandidat für Bündnis90 / Die Grünen des Wahlkreises
Schwetzingen/Hockenheim und Sigrid Schüller, Zweitkandidatin, sagten ihre Unterstützung für eine
solche Kampagne zu.
Denn nur wenn jetzt die Planungen fortgesetzt würden, könnte mit dem Bau der Straßenbahnlinie in
4 bis 5 Jahren begonnen werden.
Sch