keine Wahl bei der Wahl
Auf der montäglichen Sitzung der Grünen Liste Plankstadt (GLP) im Gasthaus Engel stand die Bürgermeisterwahl
in Plankstadt im Mittelpunkt des Gesprächs.
Die GLP hatte sich auf einer Mitgliederversammlung gegen eine Bürgermeisterkandidatur entschieden und wird
auch keine Wahlempfehlung aussprechen.
Die 1992 angekündigte und anfänglich durchaus eigenständige Politik von Bürgermeister Huckele,
verlor sich nach einiger Zeit und näherte sich immer markanter der lokalen CDU - Programmatik.
Die Kommunalwahl 1999 bestätigte diesen Kurs, der durch die absolute Mehrheit der "Ko-Ko" (konservativ
- kommerziell) seine numerische Absicherung gefunden hat. Insofern ist eine Kandidatur der GLP als kleinste Gruppierung
unzumutbar. Die kommunalpolitischen Positionen der GLP sind bekannt. Eine Kandidatur zum Bürgermeisteramt
ist für die GLP weder notwendig noch politisch sinnvoll.
Eine Unterstützung von Bürgermeister Huckele kann die GLP aus vielen Gründen nicht aussprechen,
dafür gibt es zu viele unterschiedliche Positionen. Um nur einige aufzuzählen:
- Der Bau eines 5 Mio. DM teuren Regenrückhaltebeckens in der Gänsweid wurde wegen einiger überschwemmter
Keller veranlaßt, ohne Alternativen in Betracht zu ziehen. Ob das geplante Regenrückhaltebecken die
Überschwemmungen der Keller verhindern wird, konnte von den Ingenieuren nicht zugesichert werden. Aber eines
steht jetzt schon fest: Jeder Haushalt in Plankstadt wird deswegen zusätzlich mit 100 bis 150 DM pro Jahr
für die Abwassergebühren zur Kasse gebeten werden.
- Bürgermeister Huckele unterstützt den Bau des planfestgestellten Autobahnzubringers B535. Dieses
Straßenprojekt mit hohem Landschaftsverbrauch und Umweltzerstörung (Zeitzeloch) nutzt vor allem der
großen Kreisstadt Schwetzingen.
- Bürgermeister Huckele ist weiterhin gegen die Straßenbahn-Verlängerung Heidelberg/Schwetzingen,
obwohl kürzlich die technische und finanzielle Machbarkeit festgestellt wurde. Die Fahrgäste, die auf
komfortablere Beförderung, bessere Anbindung z.B. zum Bahnhof in Schwetzingen und doppelt so viele Fahrten
(10 min Takt am Tag und 30 min Takt nach 20.00 Uhr) hofften, gucken in die Röhre.
- Die Keesgrieb will er mit badetuchgroßen Reihenhäusern völlig zubauen lassen, obwohl Plankstadt
unbedingt grüne Lungen gerade im Ortskern benötigt.
- Bei dem Verkauf der Eisenbahnerwohnungen wurde vom Bürgermeister außer einer Informationsveranstaltung
nichts unternommen. Damit würden 10% aller Wohnungen in Plankstadt in die Hand eines einzigen Privat-Investors
gelangen.
Eine zukunftsorientierte und nachhaltige Gemeindepolitik war in den letzten acht Jahren nicht zu erkennen und
ist für die nächsten 12 Jahre unter diesem Bürgermeister auch nicht zu erwarten.
Daher wird die GLP keine Wahlempfehlung aussprechen - auch der Protest hat seine demokratischen Wurzeln.