Die Regenschauer am frühen Morgen und der mit schweren grauen Wolken verhangene Himmel verhieß nichts
Gutes als die ersten Helfer an der Gänsweid eintrafen. Allmählich wurden die Regenpausen länger
und die Sonne blinzelte durch die Wolken. Spätestens dann gewann, befördert durch die angenehmen Temperaturen,
eine positive Grundstimmung die Oberhand.
Als am späten Mittag die technischen und kulinarischen Voraussetzungen für das Fest vollendet waren,
brach sich die Sonne ihre Bahn und verhalf dadurch einem unvergeßlichen Fest zu dem entsprechenden Wetter.
Schautafeln um die Grillhütte zeigten die Planungen des Regenrückhaltebeckens Nach dessen Bau wurde die
gewachsene Gänsweid mit Senke und Böschungen unter einer Deckelung mit Grasschicht verschwinden.
Die "Kondolenzliste" gegen den Bau des Beckens wurde von manchem Besucher gezielt aufgesucht und soll
die Basis für eine Unterschriftensammlung abgeben.
Andere Plakatständer informierten über die geplante Trasse der vierspurigen B 535, der das Top-Biotop
der Gemeinde, "das Zeitzeloch", zum Opfer fallen würde oder stellten die Preisträger des "Alternativen
Umweltpreises" vor.
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Am Nachmittag füllten sich Tische und Bänke und es herrschte grosser Andrang als die "Oldtime
Jazz Connection" loslegte. Die Band spielte ohne elektronische Unterstützung einen unverfälschten
New Orleans Sound, der noch durch die rauchige Stimme von Bandleader Gerhard Molitor unterstrichen wurde. |
Zuerst stellte Hohl den Widmungszweck des Preises vor, "der die Arbeit von Einzelnen oder Gruppen würdigen"
soll, "die sich um den Umwelt-, Natur- und Menschenschutz" verdient gemacht haben.
Die GLP habe sich seit ihrer Gründung vor 15 Jahren mit diesen Problemen befaßt und ziehe aus ihrem
aktiven politischen Handeln die Kompetenz, einen solchen Preis zu verleihen. Wie notwendig ein "Alternativer
Umweltpreis" sei, zeige die Gemeinderatsmehrheit für 5 Mio DM in der Gänsweid ein Rgenrückhaltebecken
zu errichten.

Die Preisträgerin Frau Dr. Uta Erichsen sei eine Persönlichkeit, die in selbst auferlegter Zurückhaltung
ihre Arbeit tue. Heute müsse er sie aber sozusagen "ans Licht der Öffentlichkeit zerren". Sie
habe nicht nur eine auch photographisch einzigartige Kartierung des "Zeitzelochs" angefertigt, sondern
das Biotop auch in ihre Obhut genommen, indem sie auf den Gelände jährliche Reinigungsaktionen durchführe.
Hinzu komme ihr Einsatz gegen das Wahnsinnsprojekt B 535 und für eine Radbrücke über die Ostumfahrung.
Den zweiten Preisträger Andre Baumann bezeichnte Hohl als einen regional bekannten Kämpfer für die
Belange des Naturschutzes, der sich beim Aufhängen von Nistkästen genauso engagiere, wie bei der Grasmahdt
im "Zeitzeloch" oder als Gutachter gegen den Bau der B 535 oder Ostumfahrung. Andre Baumann habe mit
großem Sachverstand versucht in das mächtige politische und juristische Räderwerk der Straßenlobby
einzugreifen.
Beiden Preisträgern bescheinigte Hohl großen Einsatz und Zivilcourage und überreichte die Urkunden
und ein Geldpräsent.
Die Preisträger wurden mit großem Beifall bedacht.

Dann wurde das Feld wieder der "Oldtime Jazz Connection" überlassen, die bis in den Abend hinein
mit fetzigem "New Orleans Style" die Besucher begeisterte und erst nach einigen Zugaben verstummen durfte.
In geselliger Runde erlebten dann die privaten oder auch politischen Unterhaltungen ihre Höhepunkte bis sie
allmählich zu nächtlicher Stunde ihren Ausklang fanden.
uhl